Wie tragen?

Dem Baby ist es im Grunde egal, wie es getragen wird, Hauptsache es erfährt Nähe und Bewegung. Für den Tragenden allerdings können selbst die 3,5kg eines Neugeborenen nach einer Weile ganz schön schwer werden, wenn man sie nur auf dem Unterarm balanciert. Und wer kennt nicht die Situation, daß das Baby auf dem Arm endlich eingeschlafen ist und man kaum wagt, sich zu bewegen, um es bloß nicht zu wecken.

Tragehilfen können Ihren Alltag ungemein erleichtern. Sie haben die Hände frei und können sich um Geschwisterkinder kümmern oder Dinge im Haushalt erledigen während das Baby zufrieden in der Babytrage schläft. Gerade Neugeborene genießen außerdem das enge Eingebundensein z.B. im Tragetuch.

Auswahlkriterien für eine Tragehilfe

Etwas ausführlicher:

Ein paar Aspekte gibt es bei der Wahl einer Tragehilfe zu beachten. Ein Baby hat die Monate vor der Geburt im Bauch der Mutter verbracht, wo es, je größer es wurde, immer weniger Bewegungsfreiheit hatte. Es lag rund und mit angehockten Beinchen. Kein Wunder also, daß es nicht mit dem Tag der Geburt plötzlich lang ausgestreckt daliegen will und dies auch aus orthopädischer Sicht nicht sinnvoll ist. In einer Tragehilfe sollten Neugeborene also genau diese gerundete und angehockte Haltung einnehmen können. Die Streckung der Wirbelsäule erfolgt automatisch, je mehr sich die Muskulatur entwickelt.

Neugeborene haben einen ausgesprochenen Rundrücken und eine unausgereifte Hüfte, deren Stellung noch nicht der eines Erwachsenen entspricht. Erst im Laufe des ersten Lebensjahres streckt sich die Wirbelsäule in drei Schritten:

  1. wenn die Neugeborenen mit einigen Wochen anfangen, den Kopf selber zu halten, strecken sich die Nackenwirbel.
  2. wenn die Babys mit ca einem halben Jahr anfangen sich selbständig aufzusetzen streckt sich der obere Rücken.
  3. wenn die Babys mit ungefähr einem Jahr anfangen zu Laufen, streckt sich die untere Wirbelsäule und das Becken kippt nach hinten.

Ganz abgeschlossen ist diese Entwicklung übrigens erst in der Pubertät.

Ein Baby sollte also in einer Tragehilfe in der sogenannten "Anhock-Spreiz-Haltung" sitzen, d.h. die Beine sind angewinkelt, so daß sich die Knie ungefähr auf Bauchnabelhöhe befinden und außerdem sind sie leicht gespreizt, optimal ist ein Winkel von 90° zwischen beiden Oberschenkeln. Durch diese Beinhaltung wird die Hüfte automatisch leicht nach vorne gekippt und der Rücken kann sich rund machen. In dieser Haltung wird auch die Entwicklung der Hüfte positiv beeinflußt und eine Spreizhose ist so in vielen Fällen überflüssig. Um diese Haltung zu erreichen muß der Stoff der Tragehilfe von Kniekehle zu Kniekehle reichen.

Bei einem Neugeborenen ist es selbstverständlich, doch auch bei einem älteren Baby sollte darauf geachtet werden, daß der Rücken durch die Tragehilfe gut gestützt ist. Das Neugeborene kann den Rücken noch nicht selber aufrichten, aber auch ein älteres Baby braucht Unterstützung, wenn es in der Tragehilfe einschläft.

Und nicht zuletzt sollte die Tragehilfe das Gewicht des Babys optimal auf Schultern und Rücken des Tragenden verteilen, so daß das Tragen für beide Seiten bequem ist und nicht zu Rückenschmerzen beim Tragenden führt.